Milena Nikitina gewinnt Bronze bei der Schüler-DM

Platz drei auch in der K1/C1-Kombiwertung – KSV-Nachwuchs stark im Finale vertreten

ZEITZ – Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben auch vor dem Nachwuchs der Slalom-Kanuten nicht halt gemacht. Früh wurde die ursprünglich für Juni in Luhdorf vorgesehene Deutsche Schülermeisterschaft abgesagt und auf Anfang Oktober nach Schwerte verlegt. Doch auch dort war eine solche Veranstaltung nicht durchführbar, ebenso wie in Berlin, dessen Landeskanuverband daraufhin einspringen wollte. Vor dem endgültigen „Aus“ konnte schließlich der Kanu-Verein Zeitz für die Ausrichtung gewonnen werden, dessen Regattastrecke auf der Weißen Elster abgelegen auf dem Land liegt, sodass das ausgearbeitete Hygienekonzept genehmigt wurde. So kamen die jüngsten Kanusportler nach einer komplett ausgefallenen Saison zumindest noch zu ihren nationalen Titelkämpfen – wenn auch mit Teilnahmebeschränkung, ohne Vorläufe, ohne Zweier-Canadier und ohne Mannschaftsrennen.

Es ging also direkt mit den Halbfinalläufen los, in denen sich maximal zehn Boote für das Finale qualifizieren konnten. Anton Bloch, einziger Starter des RKV, war bei den A-Schülern ambitioniert und schnell unterwegs, allerdings waren vier Torstabberührungen (je 2 Strafsekunden) zu viel für die Top 10. Am Ende verpasste Bloch als Zwölfter den Endlauf nur knapp. KSV-Kollege Pascal Roth paddelte in einem feinen Lauf an seinem Leistungslimit und konnte als 18. in dem mit 54 Startern größten Rennen zufrieden sein.

Für eine Überraschung sorgte KSV-Youngster Jan Zinner. Bei seiner ersten Schüler-DM paddelte der elfjährige Ebernburger als Siebter auf Anhieb ins Finale der B-Schüler und erkämpfte sich dort einen starken fünften Platz. Dabei kann Zinner im nächsten Jahr noch in der gleichen Altersklasse starten, genau wie Vereinskameradin Viviana Fiedler bei den Schülerinnen A. Sie schaffte es als Zehnte mit einer Punktlandung in den Endlauf und steigerte sich im Finale ebenfalls auf einen beachtlichen fünften Rang.

Auch die ein Jahr jüngeren B-Schülerinnen Milena Nikitina und Mascha Stambke zogen im Kajak-Einer (K1) ins Finale ein und wussten, dass sie um die Medaillen mitfahren können. Entsprechend paddelten beide auf Angriff, blieben dabei aber nicht fehlerfrei, so dass es für Mascha Stambke am Ende Rang sechs und für Milena Nikitina trotz zweitschnellster Zeit der undankbare vierte Platz wurde.

Allrounderin Nikitina war aber auch im Canadier-Einer (C1) am Start und bot dort eine klasse Vorstellung. Als Zweite im Halbfinale steigerte sich die talentierte Zwölfjährige im Endlauf von der Fahrzeit um vier Sekunden und blieb – so glaubte man – fehlerfrei. Dies hätte Silber bedeutet, allerdings warf eine äußerst umstrittene Kampfrichterwertung an Tor sieben Milena auf den Bronze-Rang zurück. „Auf unserem Video ist eindeutig zu erkennen, dass das Tor noch von der Vorfahrerin gewackelt hat und Milena einwandfrei durchgefahren ist“, erklärte KSV-Sportwart Walter Senft. Jedoch sind eigene Videos als Beweismittel nicht zugelassen und so blieb der Einspruch des KSV am Ende erfolglos, da einer der Schiedsrichter eine leichte Berührung gesehen haben wollte. „Wir freuen uns trotzdem sehr über diese Bronze-Medaille, auf die Milena und der KSV sehr stolz sein können“, resümierte Senft. Für Milena Nikitina bedeutete dies auch Platz drei in der Kombi-Wertung aus K1 und C1, für den sie einen Ehrenpokal des Fördervereins Kanu-Slalom Deutschland überreicht bekam. (sts)

Randnotiz:

Auf Initiative eines Workshops zur Nachwuchsförderung im Kanu-Slalom, in dem auch KSV-Sportwart Walter Senft maßgeblich mitarbeitete, werden seit 2020 auch die Rennen der Schüler B wieder offiziell als Meisterschaftsrennen ausgetragen und gewertet. Zuletzt war dies 1987 der Fall. Ab 1988 durften die 11- und 12-jährigen Nachwuchskanuten bei der Deutschen Schülermeisterschaft nur in „Rahmenrennen“ starten – für viele eine völlig unsinnige Regelung, die nun Geschichte ist. Apropos „Geschichte“: Der letzte offizielle Schüler-B-Meister bei den Jungs hieß 1987 Thomas Schmidt (damals SEN Bad Kreuznach) – ebenso wie der erste inoffizielle 1988. Die Kinder des späteren Olympiasiegers von 2000, der mit seiner Familie seit vielen Jahren in Augsburg lebt, waren jetzt in Zeitz übrigens auch am Start. Tochter Helene wurde bei den Schülerinnen B im C1 Vierte und im K1 Fünfte, Sohn Johann 14. bei den B-Schülern.

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